Kurzmeldung

Eine Chance für nachhaltige Städteplanung

Wiener Komplexitätsforscher haben eine Methode gefunden, um das Wachstum von Städten vorherzusagen. Das könnte eine viel effizientere und ressourcenschonendere Stadtplanung ermöglichen.

Eine Chance für nachhaltige Städteplanung

Wächst eine Stadt, folgt sie einer bestimmten Art von Wachstumsgesetz: Charakteristisch ist, dass nicht alle Aspekte des Systems doppelt so gross werden, wenn sich das Gesamtsystem verdoppelt. Wächst also eine Stadt mit 100’000 Einwohnern und 20 Tankstellen auf 200’000 Einwohner, steigt die Anzahl der Tankstellen nicht auf 40, sondern nur auf 36. Diese Wachstumsrate von rund 0,80 für jede Verdopplung gilt für einen Grossteil der städtischen Infrastruktur wie den Energieverbrauch pro Person, den Flächenbedarf, die Länge der Kanalisation oder der Stromkabel. Die Forscher nennen dies «sublineares Wachstum».

Im Gegensatz dazu gibt es auch Aspekte mit einem «superlinearen Wachstum», die bei jeder Verdoppelung ungefähr um den Faktor 1,2 wachsen. So verdienen Menschen in grösseren Städten mehr für die gleiche Arbeit, sie telefonieren mehr und gehen schneller zu Fuss als Menschen in kleineren Städten.

Alle Städte folgen dem gleichen Prinzip

Wiener Komplexitätsforscher haben Tausende Städte analysiert und herausgefunden: Die sublineare Wachstumsrate von 0,8 ist so etwas wie eine Naturkonstante – egal ob in Süditalien oder in England.

Diese Erkenntnis eröffnet Chancen: So können Planer nach Möglichkeiten suchen, diese Zahl zu reduzieren. «Auch wenn das nur um ein paar Zehntel Prozentpunkte gelingt, kann damit eine Stadt viel effizienter und ressourcenschonender werden. Man braucht dann weniger Stromkabel, Kanalisation, Strassen, etc. pro Einwohner», so die Forschenden. Besonders wenn etwa in Asien ganze Städte am Reissbrett geplant werden, könne man durch eine Reduktion dieser Zahl riesige Fortschritte in der Nachhaltigkeit machen.

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Text sda
Fotografie Keystone

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