KURZMELDUNG

Neue Analysemethode soll Klimarätsel lösen

Forscherinnen und Forscher haben eine Methode zur Analyse von 1,5 Millionen Jahre altem Eis entwickelt. Die Analyse - die beinahe doppelt so weit zurückreicht wie bisher analysierte Eiskerne - soll bei der Lösung eines Klimarätsels helfen.

Ice core analysis in the Antarctica

Im 1,5 Millionen Jahre alten Eis sind in nur einem Meter Eiskern 15'000 bis 20'000 Jahre Klimageschichte komprimiert. Das stelle ganz neue Anforderungen an Eiskernanalysen, wie die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und die Universität Bern mitteilten.

Ein Empa-Team hat dazu ein neues Laserspektrometer entwickelt, das Treibhausgase an einer Probe von lediglich 1,5 Milliliter Luft messen kann. «Diese hohe Präzision in solch kleinen Proben zu erreichen, war lange kaum vorstellbar», sagte Forschungsgruppenleiter Lukas Emmenegger. An der Universität Bern wurde ein neues Sublimations-Extraktionssystem gebaut, das es ermöglicht, solche kleinen Luftproben ohne Verunreinigung aus einem Eiskern zu gewinnen.

Altes Eis knapp

Die Analyse des Eiskerns soll zum besseren Verständnis des Wechselspiels zwischen Warm- und Kaltzeiten beitragen. Bis vor etwa einer Million Jahren wechselten sich Perioden mit sehr kaltem, beziehungsweise sehr warmem Klima, in einem Abstand von 40'000 Jahren ab. Seit dieser Zeit - dem sogenannten Mittleren Pleistozän-Übergang – wechseln sich die Eiszeiten und die Zwischeneiszeiten nur noch etwa alle 100'000 Jahre ab. Bisher ist unklar, wie es zu diesem Wandel kam.

Die Klimaforschung vermutet, dass unter anderem Treibhausgase dabei eine entscheidende Rolle spielten. Diese Vermutung soll nun die Eiskernbohrung in der Antarktis untersuchen. Dazu muss im antarktischen Eisschild eine Tiefe von rund 2700 Metern erreicht und ein Eiskern geborgen werden. Läuft alles wie geplant, sollte dies 2025 der Fall sein.

Text: sda

Fotografie: PNRA/IPEV

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