Kurzmeldung

Revolutionär: Aus Plastik nützliche Stoffe erzeugen

Zwei Ingenieure von der ETH Lausanne (EPFL) revolutionieren das Plastik-Recycling: Nach dem Vorbild von Proteinen soll nach dem Zerfall von Plastik etwas ganz Neues, Nützliches entstehen.

Die Ingenieure Francesco Stellacci (links) und Simone Giaveri bei der Laborarbeit.
Die Ingenieure Francesco Stellacci (links) und Simone Giaveri bei der Laborarbeit.

Das Problem ist bekannt: Jeder Mensch verbraucht im Schnitt pro Jahr 30 Kilogramm Plastik. Multipliziert mit der Anzahl Menschen auf der Erde und ihrer Lebenszeit ergibt das eine schier unvorstellbare Menge. Selbst biologisch abbaubare Kunststoffe hinterlassen beim Zerfall Rückstände, die vergraben werden müssen, dadurch landwirtschaftliche Nutzfläche kosten und das Ökosystem verändern.

Eine Teillösung für das Problem «könnte sehr wohl von der Natur selbst kommen», sind Forschende an der ETH Lausanne (EPFL) nun überzeugt. Das Vorbild dafür liefern die Proteine. Sie zerfallen in der Natur in die einzelnen Aminosäuren, die von den Zellen wieder zusammengefügt werden, um neue Proteine zu bilden. Im Labor gelang es dem EPFL-Team beispielsweise, Seide in ein Protein umzuwandeln, das in der Biomedizintechnik verwendet wird.

Das Beste kommt noch

Kunststoffe sind wie die Proteine Polymere. Deshalb könnten die in Proteinen natürlich vorkommenden Mechanismen auch auf Kunststoffe angewendet werden, so der revolutionäre neue Denkansatz. Bevor es soweit sei, seien allerdings noch etliche Schwierigkeiten zu überwinden, so die Forschenden. Dennoch scheine dieser Ansatz der einzige zu sein, der wirklich dem Postulat der Kreislaufwirtschaft entspreche. «In Zukunft wird Nachhaltigkeit bedeuten, viele verschiedene Gegenstände zusammenzuwerfen und das Gemisch zu recyceln, um jeden Tag ein anderes neues Material herzustellen», schreibt die EPFL.

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Text sda
Fotografie EPFL/Alain Herzog

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