Kurzmeldung

KI entdeckt neue Exoplaneten

Eine auf künstlicher Intelligenz (KI) beruhende Bilderkennungsmethode spürt Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems auf, die mit herkömmlichen Ansätzen unsichtbar bleiben.

Die Methode verwendet eine Datendarstellung, bei der die Anwesenheit eines Planeten (rechts) wie ein Fluss von oben (links) zu sehen ist.
Die Methode verwendet eine Datendarstellung, bei der die Anwesenheit eines Planeten (rechts) wie ein Fluss von oben (links) zu sehen ist.

Die meisten der bisher über 4800 entdeckten Exoplaneten spürten Astronominnen und Astronomen mit der sogenannten Transitmethode auf. «Transit» nennen Fachleute das Phänomen, wenn ein Planet aus Sicht des Beobachters vor seinem Stern vorbeizieht und ihn verdunkelt. Nur: Wechselwirkungen zwischen Planeten können die Periodizität des Transits verändern und so eine Entdeckung unmöglich machen, weil das Muttergestirn nicht in einem periodischen Rhythmus verfinstert wird.

Ein Team der Universitäten Bern und Genf arbeitet nun in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Disaitek an einer Lösung für dieses Problem: Sie brachten einer Maschine bei, die Auswirkungen dieser Planeten-Wechselwirkungen vorherzusagen.

Charakterisierung der Exoplaneten

Indem der KI-Algorithmus mit unzähligen Trainingsbildern gefüttert wird, lernt er für jedes Pixel eines Sternbildes zu erkennen, welches Objekt es darstellt - also beispielsweise eine Verfinsterung durch einen Planten.

«Bei den ersten Anwendungen der Methode haben wir zwei Exoplaneten – Kepler-1705b und Kepler-1705c – entdeckt, die von früheren Techniken völlig übersehen worden waren», sagte Adrien Leleu von der Universität Genf gemäss einer gemeinsamen Mitteilung der beteiligten Hochschulen im November 2021. Mit der Methode lässt sich der Radius des Planeten abschätzen und sie liefert Informationen über dessen Masse, Dichte und Zusammensetzung.

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Text sda
Fotografie Dave Hoefler

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